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Jetzt ist es schon ein Monat her, dass ich das letzte mal meinen Blog gefüttert habe. Mittlerweilen hat sich bei mir einiges getan. Wie in meinem letzten Blog erwähnt, habe ich mit den beiden Engländern, Steve und Joe, von Melbourne aus einen Roadtrip Richtung Perth gemacht. Nachdem ich Ende Mai schon dachte, dass da nichts mehr draus wird, da sie sich nicht wieder meldeten, haben sie mich 4 Tage vor Abfahrt angerufen, dass es am 01.06. losgeht. Also musste ich schnellstens zusehen, dass ich noch Campingausrüstung bekomme. Ist verdammt teuer hier. Bei Decathlon hätte ich alles für die Hälfte bekommen. Aber dafür hab ich jetzt eine recht gute Ausrüstung.
Am 01. sind wir dann erst um 16:00 gestartet, weil die Jungs erst ihre Wohnung komplett ausräumen mussten. Wir sind noch ca. 2 Stunden bis zum Start der Great Ocean Road bei Torquay gefahren, haben da gecampt und haben am nächsten Tag eine wesentlich entspanntere Tour entlang der GOR gemacht. Ich kannte ja eigentlich schon alles, aber trotzdem war es nochmal sehr schön. Abends haben wir dann in Warrnambool gecampt.
Am dritten Tag sind wir in einem Stück durchgefahren bis nach Adelaide wo wir uns für 4 Tage in einem Hostel einquartiert haben. Ich plage mich jetzt schon seit 2 Monaten mit einer Infektion im linken Fuß herum, die ich mir auf Fiji eingefangen habe. Die neuen Antibiotika, die mir ein Arzt in Adelaide verschrieben hat, haben mich ganz schön umgehauen. Die waren immerhin 2,5x stärker als die vorherigen. Trotzdem bin ich am 2. Tag mit auf eine Tour zur Kangoroo Island gefahren. Da wir nur überfahrene Kangoroos am Straßenrand gesehen haben, haben wir beschlossen die Insel in Dead Kangoroo Island umzubenennen. Dafür haben wir aber eine große Seelöwen-Kolonie, jede menge Neuseeländische (?) Seehunde und zwei Adler gesehen. Die Adler saßen direkt neben der Straße in einem Baum und sind weg geflogen als wir näher kamen. Beeindruckende Vögel!! Cool waren auch die Remarkable Rocks. Das ist ein Fels, der nicht wie normale Berge durch Verwerfungen entstanden ist, sondern durch Magma, das die Gesteinsschicht nach oben drückt und einen runden Hügel formt. Die obersten Gesteinsschichten sind über Millionen von Jahren immer wieder aufgebrochen und liegen jetzt als ziemlich bizarre, riesige Felsbrocken auf diesem Steinhügel.
Am Sonntag sind wir dann von Adelaide aus zum Barossa Valley gefahren, dem bekanntesten Weingebiet Australiens. Ich war dann der Fahrer auf der Weintour, da ich mit den neuen Antibiotika in Verbindung mit Alkohol ziemlich schlecht Erfahrungen gemacht hatte (Happy Hour in einem Hotel, Champangner für 3$, irgendwann hat die Barkeeperin unsere Gläser immer wieder kostenlos gefüllt... Free Bubbles... hat mich ziemlich umgehauen. xo ) Ne Weintour ohne selber trinken zu können ist irgendwie scheiße. Naja, wir haben dann irgendwo zwischen Port Germein und Port Augusta gecampt. In der Nacht habe ich dann meinen neuen persönlichen Hass-Vogel kennen gelernt. Der Lachende Hans... Diese Mistvögel fangen irgendwann mitten in der Nacht an wie verrückt zu lachen. Da ist an Schlaf nicht mehr zu denken. Wenn die dann endlich still sind, dauert es nicht mehr lang, bis die Sonne aufgeht und mit ihr die Raben wieder anfangen zu schreien. Arrrghhhh...
Montag war Queen´s Birthday und daher alles geschlossen. Als wir bei Iron k*** :-) gehalten haben um die 200.000 km von Aimee Smith zu feiern (der Wagen von den Jungs) haben wir feststellen müssen, dass der Auspuff langsam aber sicher abfällt. Wir sind dann noch durch den Pinkawillinie Conservation Park bis nach Ceduna gefahren, haben dann aber schon um 15:00 auf einen Campingplatz halt gemacht um am nächsten Morgen den Auspuff reparieren zu lassen.
Außerdem mussten wir uns mit ausreichend Vorräten eindecken. Denn nach Ceduna kommt die Nullarbor Plain, eine riesige, platte Wüste, in der alle paar hundert Kilometer mal eine Tankstelle ist und sonst nichts. Eine der Tankstellen war auch komplett ausgebrannt... Wenn man da nicht vorbereitet ist, kann man schnell Darsteller in Wolf Creek II werden (ein Horrorfilm, der so halb auf Tatsachen beruht, die sich genau auf dieser Straße abgespielt haben).
Dafür haben wir aber unglaublich viel gesehen. Als erstes eine Herde Emus, dann zwei Dingos neben der Straße. Am Head of Bight haben wir drei Wale beobachtet. Und dann dieser Sonnenuntergang!! Wahnsinnig schnell, aber unheimlich schön. Die Sonne ist innerhalb von zwei Minuten vom ersten Kontakt mit dem Horizont unter gegangen. Kurz nach Einbruch der Dämmerung haben wir ganz in der Ferne erst nur ein ziemlich großes Tier auf der Straße gesehen. Als wir näher gekommen sind, haben wir dann erkannt, dass es ein Kamel ist. Und plötzlich waren wir mitten in einer ganzen Herde wilder Kamele. Ca 15 Tiere, die ganz gemütlich über die Straße trotteten.
Die Nacht in der Wüste war verdammt kalt. Die Jungs haben im Auto geschlafen, aber für drei Leute ist da leider kein Platz. Daher hab ich gezeltet und trotz Schlafsack und zwei extra Decken noch ziemlich gefroren. Am nächsten Morgen sind wir dafür aber mit einem ziemlich beeindruckenden Blick über die Nullarbor Plain entschädigt worden.
Dann ging es weiter über Australiens längste, gerade Straße. Knappe 150km nur schnurgerade aus. Endlos lang. Am nächsten Abend haben wir dann einen schön abgelegenen Rastplatz gefunden, an dem es auch Feuerstellen gab, sodass wir endlich unser erstes Lagerfeuer machen konnten. Darauf haben wir uns dann ein königliches Menü mit Nuddles, Hotdogs, Spiegeleiern, Suppe und Toastbrot gekocht. Die Nächte vorher waren zum Glück immer bewölkt, da es sonst noch kälter gewesen wäre, aber diese Nacht war Sternenklar und der Vollmond ist erst um 22:00 aufgegangen, sodass man einen wirklich wahnsinnigen Sternenhimmel sehen konnte. Genau wie schon in meiner ersten Nacht auf Fiji. Wir haben dann unseren 5l Gun Kanister (billig Wein) getrunken. Danach konnte ich verdammt gut schlafen. Trotz Kälte ;-) Die allabendliche Poker Runde musste deswegen auch ausfallen.
Als wir dann am nächsten Mittag in Esperance endlich wieder auf Zivilisation gestoßen sind, haben wir uns auf eine Campingplatz geschmuggelt um mal wieder ausgiebig zu duschen und sind dann schnell weiter bis nach Albany gefahren und haben da stundenlang nach nem geeigneten Platz zum campen gesucht, während es die ganze Zeit geschüttet hat. Von da an haben wir uns dann mehr Zeit gelassen und einige der Highlights besucht. Für die wunderbaren Strände in der Gegend war leider nicht das Wetter. Aber wir haben im Terrendirup National Park bei Albany mal wieder sehr beeindruckende Klippen gesehen. An einem Ort gab es s.g. Blowholes. Das sind Löcher im Fels, durch den die Wellen Luft pressen. Bei Denmark haben wir eine weitere Weintour gemacht und sind dann zum Top Tree Walk im Valley of the Giants gefahren. Das ist eine der wenigen Gegenden, in denen es noch riesige Mamutbäume gibt. Und da hat man dann einen Pfad zwischen den Baumkronen ca. 75m hoch gebaut.
Auf einem Campingplatz in Walpole haben wir dann zwischen etlichen Walebys gecampt. Am nächsten Tag sind wir bei Pemberton auf zwei Mamutbäume geklettert. Die haben da mit einfachen Eisenstangen eine Treppe rauf gebaut und dann Plattformen in den Baumkronen errichtet. Der erste Baum war „nur" 61m hoch und der zweite 75m. Hat sich auf jeden Fall gelohnt da hoch zu klettern. Der Ausblick war gigantisch.
Am Sonntag waren wir dann erst in Augusta und dann am Magret River. Eine sehr schöne Gegend, aber leider hat das Wetter mal wieder nicht mitgespielt. Wir haben daher irgendwann beschlossen das beste daraus zu machen, also eine weitere Weintour :-)
Am Abend sind wir dann weiter bis nach Fremantle gefahren. Die beiden Jungs haben hier Freunde in einem Hostel. Daher bleiben wir jetzt erstmal bis nächsten Montag hier. Hier ist das Wetter auch endlich besser. Ca 25 Grad und sonnig! Nur leider gibt es hier nicht sonderlich viel zu sehen. Die Stadt rühmt sich zwar damit, 1987 Austragungsort des America´s Cup gewesen zu sein und man merkt auch, dass dafür ne Menge Geld in die Gebäude gesteckt wurde. Aber sonst ist es eigentlich eher eine Arbeiter- und Studentenstadt. Letzteres kosten wir aber momentan gut aus. Montag haben wir in einer Bar Studenten kennen gelernt und mit denen noch bis zum frühen morgen bei ihnen zu Hause gefeiert. Gestern war eine Studiparty in einem Club in der Stadt. Hat sich aber als Kindergeburtstag herausgestellt. Um 23:45 wurde die Musik aus, und das Licht angemacht. Ab 00:00 gab es nirgendwo mehr Bier!?! HALLO???
Ansonsten ist am Dienstag am hellen Tag auf einem öffentlichen Parkplatz unser Auto aufgebrochen worden und mein Koffer und wichtige Original-Dokumente von Steve geklaut worden. So ein Scheiß. Hatte zwar das meiste meiner Sachen im Rucksack im Hostel, aber im Koffer war doch noch einiges wichtiges. Unter anderem meine Kontaktlinsen, meine Bewerbungsmappe, meine Lieblingspullover und meine Reiseapotheke. Zusammen ca 1.200EUR. Zum Glück hab ich ne Reisegepäckversicherung abgeschlossen.


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